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TI-Anbindung in der Pflege: Frist verstrichen – und jetzt?

Letzte Aktualisierung: Aug 14, 2025 | Alle Beiträge, Allgemein, Branchennews, Fachliches, Sinfonie

Wie geht es mit der TI weiter?

Zum 1. Juli 2025 endete die gesetzliche Frist für den Anschluss stationärer und ambulanter Pflegeeinrichtungen an die Telematikinfrastruktur (TI). Ziel war es, bis zu diesem Stichtag eine flächendeckende digitale Vernetzung sicherzustellen. Doch ein Blick auf die Zahlen zeigt: Der Anspruch wurde noch nicht erreicht.

Anbindungsquote: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Je nach Quelle schwanken die Angaben zur tatsächlichen TI-Anbindung. Klar ist jedoch: Ein erheblicher Teil der rund 32.000 Pflegeeinrichtungen in Deutschland ist weiterhin nicht angebunden.

Kartenbeantragung: Der erste Schritt zur TI-Anbindung

Der technische Anschluss beginnt nicht mit Kabeln und Konnektoren, sondern mit Papierkram: Die Beantragung und Ausstellung der SMC-B-Karte, mit vorliegender eHBA Karte, ist nach wie vor eine zentrale Hürde. Die gute Nachricht: Über zwei Drittel der Einrichtungen haben ihre SMC-B-Karte bereits beantragt. Je nach Bundesland schwanken die Zahlen: Während in Niedersachsen rund 55 % der Einrichtungen ihre SMC-B-Karte beantragt haben, liegt Rheinland-Pfalz mit 69,8 % an der Spitze.

Erst mit der Aktivierung der SMC-B-Karte wird eine Einrichtung im Verzeichnisdienst (VZD) sichtbar. Am Beispiel Nordrhein-Westfalen – dem Bundesland mit den meisten Pflegeeinrichtungen – zeigt sich: Obwohl 69 % der Einrichtungen des Bundeslands eine SMC-B-Karte beantragt haben, sind nur 38% im VZD freigeschaltet.

Die Gründe hierfür sind vielfältig, z. B.

  • Karten sind beantragt, aber noch nicht produziert
  • Verzögerungen in der sicheren Lieferkette
  • oder noch nicht aktivierte Karten, die ungenutzt in der Schublade liegen

Warum die TI-Anbindung so wichtig ist

Die TI verspricht mehr als technische Standards – sie bietet die Chance, Abläufe zu vereinfachen, Informationsverluste zu minimieren und Pflegekräfte zu entlasten. Die KIM (Kommunikation im Medizinwesen) ist die zentrale Fachanwendung für Pflegeeinrichtungen.

Die gematik pflegt eine weitere Statistik, wie viele Einrichtungen mindestens eine aktive KIM-Adresse haben. In dieser Statistik ist eine Einrichtung mit aktivierter SMC-B Karte, einem Eintrag im Verzeichnisdienst und einer aktiven KIM-Adresse aufgeführt.

Zum Stichtag 01.07.2025 erfüllten diese Mindestanforderungen 4.072 von 32.054 Einrichtungen bundesweit. Bis zum 06. Juli stieg diese Zahl bereits auf 4.430 Einrichtungen – ein Zeichen, dass sich aktuell viel bewegt.

Grafik: Anzahl KIM-Adressen in Deutschand
4.072 von 32.054 Einrichtungen (≈13%) bundesweit haben mindestens eine KIM-Adresse

Der Weg ist das Ziel – aber das Ziel darf nicht aus dem Blick geraten

Der angestrebte Zielwert von 100 % wurde – wie erwartet – nicht erreicht. Doch die Dynamik ist spürbar: Die Anbindungsquote steigt, das Bewusstsein wächst und immer mehr Einrichtungen erkennen den Nutzen. Digitale Pflege beginnt mit funktionierender Infrastruktur – und sie endet bei den Menschen, welche davon profitieren.

Unsere Lösung: TI-Anbindung aus einer Hand

Als zuverlässiger Partner begleiten wir Pflegeeinrichtungen von der Kartenbeantragung bis zur aktiven Nutzung von KIM & Co. Ob direkt in der Sinfonie-Software oder – für Einrichtungen, die andere Primärsysteme nutzen – über unsere Partnerlösung mit der NetArt GmbH: Wir bieten eine durchgängige Lösung mit persönlicher Betreuung.

Zitat

Gemeinsam mit Sinfonie GmbH & Co. KG und NetArt GmbH konnten wir erfolgreich alle unsere Einrichtungen fristgerecht anbinden. Danke für die gute Zusammenarbeit!
Stefan Kroeger, Geschäftsführer bei Rostocker Heimstiftung

Der gesetzliche Druck mag größer geworden sein – doch wir sehen vor allem die Chancen: für eine Pflege, die mehr Zeit für das Wesentliche lässt. Wer jetzt handelt, sorgt nicht nur für Compliance, sondern für eine zukunftsfähige digitale Basis wovon wir alle profitieren.