Telematikinfrastruktur

Was ist Telematik?

Mit der Einführung der Telematikinfrastruktur (TI) in Deutschland ergeben sich für alle Sektoren neue Möglichkeiten. An die Telematik sind bereits Akteure aus dem Gesund­heitswesen, wie Ärzte, Apotheken, Medizinische Versorgungs­zentren und Kranken­häuser angeschlossen. Zukünftig sollen sukzessiv auch ambulante und stationäre Pflege­einrichtungen sowie weitere Anbieter im Sozialmarkt, Physio­therapeuten und Hebammen diesem komplexen Netzwerk beitreten. Die Telematik erleichtert so den sicheren Datenaustausch auch über Sektoren­grenzen hinweg und ermöglicht den Ausbau des Deutschen Gesundheitswesens. Durch Ihre Anbindung an die Telematik öffnet sich dieses hochsicherer Gesund­heits­netzwerk auch für Sie … als Einrichtung, Unternehmen oder ganz einfach als Privatperson.

Das heißt, die Anbindung an die Telematik steht unseren Kunden sowie Interessenten aktuell seit dem 01. Juli 2021 freiwillig, ab 2024 dann gesetzlich verpflichtend, zur Verfügung.

Was bedeutet die Telematik für mich als Akteur…

Versicherter

Bisher lagen gesundheits­bezogene Daten von Versicherten in der Regel beim „Erbringer“, also in der Patienten­akte des Hausarztes oder der behandelnden Klinik. Damit hat der Versicherte zum einen keinen Einblick oder gar „Hoheit“ über seine Daten, und zum anderen ist die Übermittlung jener Informationen von Versorger A zu Versorger B damit zeit­aufwendig, mühselig und auch fehler­anfällig. Mit Einführung der Telematik werden für Versicherte künftig lebenslang alle gesundheits­bezogenen Daten zentral gesammelt. Hierfür stellen die jeweiligen Kranken­­versicherungen Apps für Smartphones oder Tablets zur Verfügung, mühsames Sammeln und Aufbewahren von Gesundheits­daten gehört der Vergangenheit an. Der Versicherte hat dabei die Hoheit über seine Daten inne und bestimmt, wer welche dieser Informationen erhält.

Einrichtung

Für verschiedene Einrichtungen wie Kliniken und Pflege­heime wird der medizinische und pflegerische Ver­sorgungs­­prozess durch die Telematik optimiert. Mit Einscannen der elektro­nischen Gesundheits­­karte liegen sofort alle relevanten Gesund­heits­­informationen zum Versicherten vor. So haben z. B. der Rettungs­dienst sowie die aufnehmende Klinik die Notfalldaten direkt verfügbar. Die Überleitungs- und Entlassungs­bögen können elektronisch versendet werden. Medizinische und pflegerische Änderungen sind unmittel­bar hinterlegt, wie z. B. Anpass­ungen im Medikamentenplan inklusive der zu­gehörigen eRezepte.

Arzt

Für niedergelassene Ärzte bringt die Telematik (mit Einverständnis des Versicherten) eine vollständig geführte elektronische Patient­enakte, auch über die eigene Fachrichtung hinaus. Durch die lebens­lange Historie erhalten Ärzte ein umfassendes Bild der Versicherten und können so eine zugeschnittene, ganzheitliche, aktuelle Behandlung planen und durch­führen. Leistungen können direkt und einfacher abgerechnet werden. Die Überleitung an Kliniken ist sofort mit allen relevanten Daten möglich und der Austausch mit Apotheken deutlich effektiver.

Vorteile der Telematik im Sozialmarkt

Minimierung der Bürokratie

Durch die Anbindung an die Telematik lassen sich Ihre Arbeits- und Organisations­prozesse in der ambulanten und stationären Pflege optimieren und ausbauen. Der Austausch mit anderen Akteuren aus anderen Sektoren (z. B. Ärzte, Kranken­häuser und Apotheken) wird schneller, direkter und fehlerfreier. Sparen Sie sich Ihre kostbaren Ressourcen.

Fokus auf den Menschen

Durch die digitalen Anwendungen erhalten Sie einen schnellen Überblick auf die Kranken- und Behandlungs­geschichte Ihrer Bewohner und Klienten – sofern diese Ihnen hierfür die Freigabe erteilt haben. Durch den lückenlosen Austausch der Informationen kann die Qualität Ihrer Versorgung deutlich vereinfacht und verbessert werden. Sie können Ihre eingesparten Ressourcen dort einsetzen, wo Sie tatsächlich benötigt werden … in der Pflege, der Betreuung, der gemeinsamen Arbeit mit den Menschen.

Vernetzung des Gesundheitswesens

Alle Institutionen des Gesundheitswesens – Fach­ärzte, Hausarzt­praxen, Apotheken, Kranken­kassen, Physiotherapie­praxen sowie Reha- und Vorsorge­einrichtungen, und ab 2024 auch Pflege­einrichtungen – sind oder sollen zukünftig in der Telematik­infrastruktur vernetzt werden. So ist ein direkter und schneller Austausch zwischen allen beteiligten Akteuren möglich und jeder erhält die für seine Arbeit relevanten medizinischen Informationen.

Mehr Transparenz

Der elektronische Medikationsplan informiert schnell und umfassend über die aktuelle Medikation. Ebenfalls kann die Medikations­historie sicher auf der elektronischen Gesundheitskarte mit hinterlegt werden. Wechsel­wirkungen können besser vermieden werden. Mögliche Allergien und Unverträglich­keiten werden nun auf einem Blick sichtbar und können beachtet werden. So erhalten alle Akteure eine zusätzliche Sicherheit bei geplanten Arznei­mittel­therapien und auch die Beratung in der Apotheke wird durch den Einblick zielgenauer und besser.

Sichere Kommunikation

Die Gesundheitsdaten zählen zu den sensibelsten Daten. Deshalb sind alle Daten innerhalb der Telematik­infrastruktur durch eine mehrstufige Sicherheits­architektur geschützt. Die Telematik­infrastruktur speichert und verarbeitet die Gesundheits­daten in Deutschland. Die Datenhoheit liegt ausschließlich beim Versicherten. Jeder Versicherte bzw. die Vertretungs­berechtigten können jederzeit bestimmen, wer in welchem Umfang auf die persönlichen Daten zugreifen darf.

Mobile Nutzung

Zukünftig werden die TI-Anwendungen sukzessive für den mobilen Einsatz auf Smartphones und Tablets weiterentwickelt. Davon profitieren sowohl die Versicherten, sowie die mobilen Betreuungs­varianten und vor allem ambulante Pflegedienste, die die verschiedenen Anwendungen so ortsunabhängig nutzen können.

Anwendungen

Digitale Anwendungen können medizinische Informationen für die Versorgung der Klienten schneller und vollständig zur Verfügung stellen.

eGK

Die elektronische Gesundheits­karte ist eine für Versicherte von der jeweiligen Kranken­kasse aus­gestellte persönliche Chip­karte, die der Erfassung und Ausgabe der personen­bezogenen Gesundheits­daten im Rahmen der Telematik ermöglicht.

eMP

Der elektronische Medikationsplan (eMP) ermöglicht Ärzten, Apo­thekern und Psycho­thera­peuten, eines Versicherten einen strukturierten Überblick darüber, welche Medikamente ein Versicherter aktuell einnimmt. Medikations­relevante Informa­tionen, wie z.B. Allergien sind ebenfalls enthalten, um Neben- und Wechsel­wirkungen zu vermeiden.

eRezept

Verschreibungs­pflichtige Arznei­mittel werden für gesetzlich Versicherte aus­schließlich digital erstellt und signiert. Es wird ein eindeutiger Rezept­code generiert, welcher auf dem Smart­phone elektronisch oder per Ausdruck vor Ort bei jeder Apotheke eingelöst werden kann.

ePA

Die elektronische Patienten­akte (ePA) beinhaltet alle historischen Gesund­heits­daten und Unter­lagen von Versicherten, wie beispiels­weise Arztbriefe, Befunde, aber auch den Impfpass. Durch die gesammelten Informa­tionen erhalten Ärzte schnell einen Gesamt­­überblick über die Gesundheit des Patienten. Die Versicherten selbst entscheiden dabei, welche Informa­tionen wem zur Einsicht freigegeben werden.

eAU

Die elektronische Arbeits­unfähig­keits­beschein­igung ist die digitale Informa­tion der Kranken­kasse über die Arbeits­unfähig­keit des Versicherten. Die Umstellung ist in mehreren Schritten vorgesehen. Zunächst ist der elektronische Versand an die Kranken­kassen geplant, anschließend sollen in der zweiten Stufe die Arbeit­geber in den elektro­nischen Austausch mit eingebunden werden.

eMP

Der elektronische Medikations­plan (eMP) ermöglicht Ärzten, Apothekern und Psycho­therapeuten, eines Versicherten einen strukturierten Überblick darüber, welche Medi­kamente ein Versicherter aktuell einnimmt. Medikations­relevante Informationen, wie z.B. Allergien sind ebenfalls enthalten, um Neben- und Wechsel­wirkungen zu vermeiden.

NFDM

Über das Notfall­daten­management (NFDM) werden im medizinischen Notfall den Ärzten und Ärztinnen alle wichtigen, notfall­relevanten Informationen zur Verfügung gestellt. Diese werden direkt mit der eGK ausgelesen.

Technische Voraussetzungen

Für die Anbindung an die Telematik­infrastruktur im Sozial­wesen sind verschiedene Komponenten erforderlich. Diese technischen Komponenten unterliegen hohen Anforderungen an Funktion­alität und Sicherheit (Zertifizierung vom Bundesamt für Sicherheit in der Informations­technik (BSI) und Zulassung von der gematik):

  • Konnektor
  • Kartenterminal
  • KIM-Domain
  • Praxisausweis (SMC-B)
  • VPN-Zugangsdienst
  • Elektronischer Heilberufsausweis (eHBA)
  • Integration in bestehende oder zukünftige Sinfonie-Software

Um Ihnen die Telematik einfach zugänglich zu machen, bieten wir Ihnen als Anbieter im Sozial­wesen alles aus einer Hand an.
Melden Sie sich gerne bei uns und nutzen Sie die Vorteile der Telematik schnellst­möglich für sich.