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Neuerungen im Strukturmodell: Was bedeutet das für Pflegeeinrichtungen und Softwarehersteller?

Letzte Aktualisierung: Oct 1, 2025 | Alle Beiträge, Allgemein, Branchennews, Fachliches, Sinfonie

Was steckt hinter der Version EinSTEP 3.0?

Die Pflegedokumentation ist ein zentraler Bestandteil professioneller Pflegearbeit in Deutschland, doch über die Jahre hat der Umfang und die Detailtiefe stetig zugenommen. Um die Dokumentation effizienter und praxisnaher zu gestalten, wurde im Jahr 2013 das „Strukturmodell“ entwickelt. Seitdem hat sich vieles getan, und jetzt, mit Version 3.0 der EinSTEP-Schulungsunterlagen, gibt es wichtige Neuerungen, die sowohl Pflegeeinrichtungen als auch Softwareanbieter betreffen.

Das Strukturmodell, das ursprünglich im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) entwickelt wurde, ist mittlerweile ein fester Bestandteil der Pflegedokumentation in vielen Einrichtungen. Mit der Version 3.0, die seit Juni 2025 verfügbar ist, wurden die Informations- und Schulungsunterlagen durch das EinSTEP-Projektbüro” überarbeitet. Diese Version bietet Pflegeeinrichtungen weiterhin eine fundierte Grundlage zur Umsetzung des Strukturmodells, lässt jedoch mehr Freiraum für individuelle Anpassungen, solange die grundlegenden Anforderungen an den Pflegeprozess gewahrt bleiben.

Die wichtigsten Neuerungen umfassen eine Straffung und Neuordnung der Schulungsunterlagen. Ein neuer Abschnitt widmet sich der Evaluation im Strukturmodell, und die Themen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz finden nun verstärkten Einzug in die Dokumentationspraxis. Die Anpassungen zielen darauf ab, die Dokumentation in der Pflege weiter zu entbürokratisieren, die Fachlichkeit der Pflegefachpersonen zu stärken und den personenzentrierten Ansatz konsequent umzusetzen.

Auswirkungen auf Softwarehersteller und die Pflegepraxis

Für uns als Softwareanbieter ergeben sich aus diesen Anpassungen zahlreiche Anknüpfungspunkte. Die Anforderungen des Strukturmodells und die zunehmende Bedeutung der Digitalisierung eröffnen die Möglichkeit, assistierende technologische Komponenten gezielt zu integrieren. Dabei bleibt den Herstellern weiterhin Spielraum, ihre Systeme entsprechend der Vorgaben zu gestalten, um die Pflegedokumentation effizient zu unterstützen.

Die neuen Anforderungen betonen die Notwendigkeit, digitale Systeme so zu entwickeln, dass sie nicht nur die Entbürokratisierung fördern, sondern auch die fachliche Arbeit der Pflegekräfte unterstützen. Aspekte wie die Nutzung von Künstlicher Intelligenz zur Unterstützung der Dokumentation und zur Verbesserung des Pflegeprozesses werden immer wichtiger. Dies könnte etwa durch automatische Zuordnungen von Themen zu Berichtseinträgen oder durch intelligente Auswertungen von Maßnahmen und deren Auswirkungen erfolgen. Die Technologie soll dabei immer als Unterstützung dienen, während die Entscheidungshoheit weiterhin bei den Pflegekräften bleibt.

Unser Engagement für die Umsetzung der Neuerungen

Als Softwareanbieter reagieren wir auf diese Veränderungen und passen unsere Lösungen entsprechend an. Wir verfolgen die Entwicklungen rund um das Strukturmodell und integrieren neue Anforderungen in unsere Software. Dabei achten wir darauf, dass unsere Systeme die Flexibilität bietet, die Pflegeeinrichtungen benötigen, um das Strukturmodell in ihren spezifischen Arbeitsalltag zu integrieren. Gemeinsam mit Vertretern anderer Softwarehersteller arbeiten wir aktuell in der Fachgruppe zur Überarbeitung des technischen Anforderungsprofils an einem anbieterübergreifenden Leitfaden für die Bereitstellung des Strukturmodells in einem Primärsystem. Indem wir an fachlichen Entwicklungen und Festlegungen direkt mitarbeiten, ergibt sich für uns nicht zuletzt die Möglichkeit, eigene Impulse einbringen zu können.

Interessierte Sinfonie-Anwender sind herzlich eingeladen, die EinStep-Schulungsunterlagen 3.0 sowie mögliche Auswirkungen auf die Dokumentation in Sinfonie im Rahmen unserer diesjährigen Anwendertagung im gemeinsamen Austausch zu besprechen.