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PeBeM nach dem Abschlussbericht – Wie geht es weiter?

Letzte Aktualisierung: Mar 26, 2026 | Alle Beiträge, Allgemein, Branchennews, Fachliches, Sinfonie

Ein kurzer Überblick

Mit dem Personalbemessungsverfahren für die Pflege (PeBeM) wurde in den vergangenen Jahren ein Ansatz entwickelt, um den tatsächlichen Personalbedarf in der stationären Pflege wissenschaftlich fundiert zu bestimmen. Grundlage war das Modellprogramm nach § 8 Abs. 3b SGB XI, das über mehrere Jahre hinweg Daten erhoben und praktische Erfahrungen aus Einrichtungen zusammengeführt hat.

Das Ziel war ein Verfahren zu entwickeln, das nachvollziehbar zeigt, wie viel Personal für eine qualitativ angemessene Pflege tatsächlich benötigt wird. Dadurch sollte es langfristig zu einer besseren Personalausstattung und transparenteren Personalplanung beitragen.

Mit der Veröffentlichung des Abschlussberichts endete nun die Projektphase. Gleichzeitig stellt sich die Frage, welche Rolle PeBeM künftig im Pflegealltag spielen wird.

Was PeBeM leisten sollte

Die Diskussion um eine bedarfsgerechte Personalbemessung begleitet die Pflegebranche seit vielen Jahren. Einrichtungen stehen häufig vor der Herausforderung, Personalplanung zwischen gesetzlichen Vorgaben, wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und tatsächlichen Versorgungsbedarfen auszubalancieren.

PeBeM sollte hier einen neuen Ansatz bieten. Das Verfahren basiert darauf, Pflegebedarfe systematisch zu erfassen und daraus einen strukturierten Personalbedarf abzuleiten. Dadurch sollten Pflegeeinrichtungen eine belastbare Grundlage für ihre Personalplanung erhalten und gleichzeitig politische Entscheidungsprozesse mit fundierten Daten unterstützt werden.

Darüber hinaus wurde PeBeM auch als Instrument verstanden, um Organisationsstrukturen in Einrichtungen weiterzuentwickeln und Aufgaben zwischen verschiedenen Qualifikationsstufen klarer zu strukturieren. Auch sollte es dazu beitragen, Strukturen und Abläufe in Pflegeeinrichtungen transparenter zu machen und organisatorische Prozesse gezielter weiterzuentwickeln.

Projektende und veränderte Rahmenbedingungen

Mit dem Abschluss des Modellprogramms endet zunächst die offizielle Projektphase. Die entsprechenden Projektstrukturen inklusive der Ressourcen wurden weitestgehend aufgelöst.

Gleichzeitig wurde von der ursprünglichen Verpflichtung zur Umsetzung Abstand genommen. Das Bundesgesundheitsministerium sieht derzeit keine verbindliche Einführung der im Modellprogramm entwickelten Ansätze vor.

Dahinter steht die Annahme, dass sich ein überzeugendes Konzept auch ohne gesetzliche Vorgaben in der Praxis etablieren kann.

Damit verschiebt sich der Fokus. Statt einer zentral gesteuerten Einführung stellt sich nun die Frage, ob und wie Einrichtungen die Ergebnisse freiwillig aufgreifen.

Zwischen Anspruch und Praxis

Mit dem Abschlussbericht liegt nun ein umfangreicher Erkenntnisstand vor. Gleichzeitig zeigt sich, dass der Schritt von der wissenschaftlichen Modellphase in die breite praktische Anwendung kein Selbstläufer ist.

Viele Einrichtungen stehen weiterhin vor strukturellen Herausforderungen: Fachkräftemangel, steigende Anforderungen an Dokumentation und Organisation sowie wirtschaftliche Rahmenbedingungen prägen den Alltag.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche Rolle ein Verfahren wie PeBeM künftig tatsächlich spielen kann?

Kann ein freiwilliges, wissenschaftlich entwickeltes Personalbemessungsverfahren in der Praxis ausreichend Orientierung bieten?

Oder benötigt es zusätzliche politische oder organisatorische Impulse, um Wirkung zu entfalten?

Fazit

Mit dem Ende des Modellprogramms ist die Diskussion um Personalbemessung in der Pflege keineswegs abgeschlossen – im Gegenteil. Vielmehr stellen sich nun eine Reihe neuer Fragen.

  • Wie werden Einrichtungen mit den Ergebnissen umgehen?
  • Werden einzelne Elemente des Verfahrens oder das vollständige Verfahren flächendeckend in der Praxis aufgegriffen und weiterentwickelt?
  • Welche Rolle werden Verbände, Politik und andere Akteure in der weiteren Entwicklung spielen?
  • Wird sich das Konzept auch ohne verpflichtende Einführung in der Praxis etablieren können?
  • Braucht es zusätzliche Impulse, um die Erkenntnisse aus dem Modellprogramm tatsächlich in den Pflegealltag zu überführen, oder bleibt PeBeM vor allem ein Referenzmodell für zukünftige Diskussionen über Personalstrukturen in der Pflege?

Die kommenden Jahre werden zeigen, ob PeBeM zu einem Orientierungspunkt für Organisationsentwicklung in der Pflege wird – oder ob aus den gewonnenen Erkenntnissen ganz neue Ansätze entstehen.